Kultur

Die Unersättlichkeit einer Großstadt wie Berlin hat sich nicht nur auf den Abbau natürlicher Baustoffe wie Sand, Kies, Feld-, Kalkstein und Holz beschränkt. Auch die kulturelle Vielfalt ging mit der Zeit verloren — Grund genug, sie heute wiederzuentdecken! Das Märkische Platt allerdings, das Fontane in seinen Wanderungen noch gekonnt einsetzt, spricht heute keiner mehr… Alte Trachten und Gerätschaften werden wieder aufpoliert und ausgestellt, Märchen und Legenden auf Volksfesten und Vortragsabenden zu neuer Lebendigkeit erweckt, Bräuche wiederbelebt, Fachwerk- und Feldsteinmauern von grauem Putz befreit.

 

Die Ackerbürgerstädte entstanden meist im 13 Jhd., Tortürme mit Störchen, Stadtmauern, oft trutzige Kirchlein, auch prächtig sanierte Bürgerhäuser in den Altstädten zeugen von der bewegten Geschichte. Selten sind die den Altstädten vorgelagerten Scheunenviertel so gut erhalten wie in Altlandsberg!

Herrensitze, Gutshäuser, ja sogar Schlösschen begegnen uns „auf Schritt und Tritt“ — besonders beeidruckend das von Schinkel erbaute klassizistische Ensemble in Neuhardenberg. Aber auch das Hohenzollern-Jagdschloss in Grünheide und die Derfflinger’schen Schlösser in Trebnitz, Wulkow und Gusow (mit Zinnfigurenmuseum) liegen am Weg.

Vom Wirken der Zisterziensermönche zeugen Kirchen und Klosteranlagen — wie in Kagel, Rehfelde oder Altfriedland - mancherorts sind aber auch nur Ruinen oder Ortsnamen übrig geblieben.

Während der Alte Fritz die Oderbruch-Provinz im Frieden eroberte, fanden immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Höhenzügen und Talniederung statt — die Festungen Gorgast und Küstrin und die Gedenkstätteauf den Seelower Höhen zeugen davon.

 

Entlang des R1 wird Geschichte lebendig! Pferdefuhrwerke, Umspannstationen, Postkutschen, Kanonendonner damals - alte Adelssitze und Denkmäler heute. Zahlreiche Kriegsherren Adelsgeschlechter sind mit der Region verbunden — Derfflinger, der Alte Fritz, Napoleon, die von Lestwitz, von Itzenplitz, von Marwitz, von Hardenberg, von Flemming, um nur einige wenige zu nennen. Die Adeligen — von „Frau von Friedland“ war schon die Rede, da sie die Forst- und Landwirtschaft prägte — zogen Wissenschaftler und Künstler in die Region. Unter ihren Gästen waren die Brüder Humboldt, Freiherr vom und zum Stein, Albrecht Daniel Thaer, A. Chamisso, die Berliner Bildhauer Schadow, Tieck und Rauch, der Geologe Leopold von Buch, der Dichter und Literaturwissenschaftler Christoph F. Nicolai und der Jurist Friedrich Carl von Savigny.

Am ausführlichsten veranschaulicht wohl Theodor Fontane in seinen „Wanderungen“ diese Kapitel der Geschichte, verknüpft Personen mit Landschaft und Bauwerken (s. Literatur).

Die oft geradezu fremdländisch anmutenden, stillen Orte zwischen Sand, Heide und Wassern zogen zahlreiche Künstler an, Dichter, Schriftsteller, Maler — während Gerhardt Hauptmann an der idyllischen Löcknitz in Erkner schaffensreiche Zeiten verbrachte, fand Bertold Brecht die richtige Atmosphäre am Schermützelsee in Buckow. Das Gerhard-Hauptmann-Museum und das Brecht-Weigel-Haus laden ein!

 

 

 

      Kirche

         Kirche in Münchehofe

 

Schloss

       Schloss Neuhardenberg

 

Festungsanlagen

  Überreste der Festungsanlagen

                  in Küstrin

 

Brecht-Weigel-Haus

   Brecht-Weigel-Haus in Buckow