Strecke
Das Königreich Niederlande kann zurecht als die "Mutter" der Fahrradregionen bezeichnet werden. Hier hat gewissermaßen das Radeln ein zu Hause und die NiederländerInnen werden oft als Radfahrernation bezeichnet.
Nicht selten werden heute noch junge deutsche Touristen von älteren Niederländern mit scherzhaftem, ironischem Unterton daran erinnert, dem Großvater auszurichten, er solle doch bitte das "Fiets" wiederbringen, welches er nach Kriegsende mitgenommen hat.
Diese lieb gemeinte Anekdote spielt zurecht auf die Qualität niederländischer Fahrradprodukte an. Das "Holland Rad" ist eines der qualitativ hochwertigsten, robustesten und gemütlichsten Fahrradarten, die auch in Deutschland sehr beliebt sind.
Die niederländische Dependance des R1 wird gebildet von zwei nationalen Routen. Dem LF1 und dem LF4.
Der LF4 führt ausgehend von der deutsch- niederländischen Grenze den Routenverlauf in westliche Richtung fort.
1989 und 1990 waren es die ersten beiden Fernrouten, die von der Stichting Landelijk Fietsplatform initiiert wurde, um die deutsche Idee eines europaweiten Radwanderweges auf niederländischen Boden zu übertragen.
Beginnend an der niederländischen Grenze im Osten findet der Radler eine, auf Grund ihrer sehr abwechslungsreichen Kleinräumigkeit beliebte Region mit vielen Schlössern vor.
Nach Überqueren des Flusses Ijssel, ein Nebenfluss des Rheins, erreicht der LF4 den größten und bekanntesten niederländischen National Park Veluwe.
Er ist geprägt von großen, dichten Wäldern, Heufeldern und sogar einigen kleineren Hügelzügen.
Unterbrochen wird dieses Idyll durch die Stadt Arnhem am Niederrhein, welche mitten im Nationalpark liegt.
Kurz nach Verlassen des Veluwe Nationalparkes öffnet sich die Landschaft für kurze Zeit zunehmend, um dann wiederum den Bogen zu schlagen zu dicht bewaldeter Gegend, die Provinz von Utrecht, welche wiederum geprägt ist von vielen Schlössern und Burgen.
Die Stadt Utrecht bietet seinen Besuchern sehr viele anziehende Besichtigungsmöglichkeiten, wie den Domturm, das Stadtschloss Oudaen, den Vismarkt und die Universität.
Wer jedoch keine Lust auf eine große belebte Stadt hat, was man einem Radler natürlich nachsehen kann, dem sei geholfen.
Es gibt eine recht hübsche, ruhig angelegte Umgehungsstrecke. Solche Nebenstrecken sind sehr einfach ausfindig zu machen, da sie beispielsweise anstelle von LF4, mit LF4a ausgeschildert sind.
Verläßt der Radler die Provinz Utrecht, begrüßt ihn eine etwas tiefergelegene, dicht besiedelte Region.
Trotzdem hat man sich in den Niederlanden große Mühe damit gegeben, den Routenverlauf des LF4 ein typisch "holländisches" Gesicht zu geben, auch um damit eine überwiegende Autofreiheit zu gewährleisten. Wasser, Windmühlen, weidende Kuhherden und einige kleine alte Städtchen dominieren den weiteren Routenverlauf.
Das Ende des LF4, oder je nach Fahrtrichtung den Anfang markiert die Stadt Den Haag.
Hier hat die niederländische Regierung ihren Hauptsitz, wobei in den Niederlanden unterschieden werden muss zwischen Regierungssitz und der Hauptstadt Amsterdam.
In Den Haag sollte sich der Radler unbedingt den bedeutenden Hafen anschauen.
Durch den dorfähnlichen Vorort Scheveningen radelnd, erreicht man hier schließlich den Nordseestrand.
Nun leitet der LF4 über zum LF1, der sog. Nord See Route. Der LF1 kann hier als Analogie zum R1 betrachtet werden. Er verbindet die Stadt Den Helder im Norden mit Sluis an der Nationalgrenze zu Belgien/Flandern im Süden der Niederlande.
Sehr begehrt macht diesen Radwanderweg sein Verlauf durch einmalige dünenreiche Küstenlandschaft und einigen Nationalparken.
Der Tourist hat nach Belieben Zugang zum Strand und zu kleinen Fischerdörfern, welche sich überwiegend dem Radtourismus erschließen, da sich motorisierter Individualverkehr nur äußerst selten hierhin „verirrt“.
Südlich von Den Haag führt der LF1 durch die eindrucksvolle Region rund um Rotterdam. Eindrucksvoll nicht zuletzt aufgrund der europäischen Bedeutung dieser Region als Hafenstandort.
So schnell diese dicht besiedelte Landschaft erreicht wird, geht sie jedoch auch über in die ruhige, nahezu menschenleere Provinz Zeeland.
Dies ist ein sehr beeindruckendes Delta, in dem der Besucher viele Projekte zum Überschwemmungsschutz bestaunen kann.
Seit Generationen sind die Niederländer bekannt für ihre Dammbaukunst und ihre Fähigkeiten, Land unterhalb des Meeresspiegel Niveaus nutzbar zu machen.
Hiernach lernt der Radler die gemütlichen historischen Städte Middelburg und Vlissingen kennen, um schließlich mit einer Fähre die Westerschelde zu queren.
Dies ist ein Mündungstrichter, gebildet von dem Fluss Schelde, welcher in Frankreich entpringt und an dessen Ufer die romantische Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner spielt.
Dann erreicht der LF1 die Stadt Sluis und leitet über nach Belgien, wo die Trassenführung ebenfalls den Namen LF1 trägt.













